Was für ein herber Widerspruch ist das nur

Was für ein herber Widerspruch ist das nur
14/07/2026

Der damalige Leiter der Abteilung für Plankoordination des Generalsekretariats der Luftstreitkräfte, Oberst i.G. (Kurmay Albay) A. Durmuş, der sich unter den Soldaten verteidigte, die nach den Ereignissen des sogenannten Putschversuchs vom 15. Juli im in der Öffentlichkeit als Akıncı-Prozess bekannten Verfahren für den Tod von 77 Personen verantwortlich gemacht wurden, berichtet.

Oberst i.G. A. Durmuş, der als Ergebnis der sogenannten Gerichtsverfahren extrem schwer zu 79-mal lebenslanger Haft mit verschärften Bedingungen verurteilt wurde, wurde während seiner Haftzeit sogar der von ihm beantragte Computer verweigert, um auf die Dutzenden von Anschuldigungen und Verleumdungen gegen ihn reagieren und seine Verteidigung vorbereiten zu können; er wurde quasi hilflos zurückgelassen, vermutlich mit dem Hintergedanken, dass er sich gar nicht erst verteidigen könne. Trotz der vielen schweren Anschuldigungen und Verleumdungen in der Anklageschrift gelang es ihm jedoch, die Anklage mit seiner in großem Fleiß handschriftlich vorbereiteten Verteidigung zu entkräften.

Angesichts von Oberst i.G. A. Durmuş, der sich verteidigte, indem er unter großen Mühen und Unmöglichkeiten mühsam Name für Name Informationen zu den 77 Todesfällen sammelte, blieb dem ihn aburteilenden Richter des Regimes keine andere Wahl, als zu schweigen und sich totzustellen, doch er scheute sich dennoch nicht, die schwerste Strafe zu verhängen.

In der Anklageschrift wurden die Namen der 77 Todesfälle genannt. Zudem wurde angegeben, dass sich diese Todesfälle vor der Akıncı-Wohnheim-Wache (Lojman Nizamiyesi), an der Kreuzung des Präsidentschaftskomplexes (Külliye) und vor dem Generalkommando der Gendarmerie ereigneten. Zu den erhobenen Anschuldigungen gab Oberst i.G. Ali Durmuş nach Regionen geordnet Name für Name Erklärungen zu unseren verstorbenen Bürgern ab und stellte dem Richter, während er ihm direkt in die Augen sah, folgende Fragen:

Warum gibt es zu den 8 Bürgern, die an der Akıncı-Wohnheim-Wache verstarben, trotz vorhandener Krankenhausakten und ballistischer Berichte keine Sterbeurkunden/Obduktionsberichte, und wo werden diese versteckt gehalten?

Warum werden die HTS-Verbindungsdaten der Opfer, Zeugen und der Personen am Tatort im Zusammenhang mit den Todesfällen trotz wiederholter Anträge nicht vor Gericht vorgelegt?

Warum wird dieses Thema vom Gericht vertuscht, obwohl offensichtlich ist, dass bei den Todesfällen in Marmaris, dem Generalstab, dem Generalkommando der Gendarmerie und dem Generalstab dieselben Projektile mit Stahlkern von Scharfschützen verwendet wurden, und es basierend auf den vorliegenden ballistischen Berichten, Krankenhausakten und Schilderungen einiger Zeugen auf der Hand liegt, dass die Todesfälle durch Scharfschützen verursacht wurden?

Warum werden diese Forderungen ignoriert und es wird für unnötig befunden, die ballistischen Berichte und HTS-Verbindungsdaten zu prüfen, obwohl sowohl von den Angeklagten als auch von der Staatsanwaltschaft zur Aufklärung einiger Todesfälle ein Sachverständigengutachten sowie die Vorlage der HTS-Daten vor Gericht gefordert wurden, und stattdessen versucht, diese Todesfälle den Soldaten in die Schuhe zu schieben, die in jener Nacht als Putschisten bezeichnet wurden?

Warum werden die MOBESE-Verkehrskameraaufnahmen bezüglich einiger Todesfälle, die angeblich durch einen Luftangriff verursacht wurden, trotz vorhandener Aufzeichnungen und wiederholter Anträge der Angeklagten nicht vor Gericht vorgelegt, oder falls sich diese Aufnahmen in den Händen des Gerichts befinden, weicht das Gericht der Untersuchung dieser Bilder bewusst aus?

Doch anstatt sich mit diesen Bürgern zu befassen, bei denen sonnenklar auf der Hand liegt, dass sie von Scharfschützen erschossen wurden, akzeptiert das Regime-Gericht haltlose Aussagen als Hauptbeweis vor Gericht und bestraft unschuldige Soldaten mit den schwersten Strafen.

Abschließend stellt Oberst i.G. Ali DURMUŞ im Rahmen einer zusätzlichen Bewertung zu den behaupteten 77 Todesfällen fest, dass für 9 Personen nicht einmal eine Sterbeurkunde existiert, dass er Beweise dafür hat, dass 37 Todesfälle lange vor den Ereignissen zu völlig unbeteiligten Uhrzeiten stattfanden, und 32 Personen zu unbeteiligten Uhrzeiten nach den Ereignissen starben; dass nur für 3 Personen HTS-Daten vor Gericht vorliegen und diese nicht mit dem behaupteten Ort und der Zeit übereinstimmen; dass es für 58 Personen im Zusammenhang mit den Todesfällen keinerlei Zeugenaufzeichnungen gibt und dass lediglich für 15 Todesfälle ballistische Berichte existieren, diese jedoch nicht mit der in der Anklageschrift behaupteten Todesart übereinstimmen. Obwohl er zudem darauf hinweist, dass für die in den 77 Todesfällen genannten Namen in anderen Anklageschriften behauptet wird, sie seien an anderen Orten gestorben, wird dies nicht berücksichtigt und eine Untersuchung für nicht notwendig befunden. In diesem Zusammenhang erklärt Oberst i.G. Ali DURMUŞ, dass es bezüglich des Todes dieser 77 Personen keinen anzuklagenden Soldaten gebe, und beendet seine Worte mit der Frage: „Was für ein herber Widerspruch ist das nur?“.

Harun Kılınç