Diejenigen, die den Putsch meldeten, Hand in Hand mit den Putschisten

Diejenigen, die den Putsch meldeten, Hand in Hand mit den Putschisten
29/01/2026

Der Kommandeur der Heeresflieger-Schule, Brigadegeneral Ünsal COŞKUN, brachte im Rahmen der Verfahren zu den Ereignissen vom 15. Juli vor dem 17. Schweren Strafgericht mit seiner Aussage aufsehenerregende Behauptungen vor.

Brigadegeneral COŞKUN erklärte in seiner Aussage, dass eine Arbeitsgruppe unter der Koordination des pensionierten Generals und AKP-Abgeordneten Şirin ÜNAL, der unter anderem der pensionierte Gendarmerieoberst Mustafa Önsel, der damalige Abteilungsleiter im Nachrichtendienstkommando der Gendarmerie Gendarmerieoberst Güven Şağban sowie der Heeresfliegeroberst Mehmet Esat Özormancık (Geheimzeuge Abdullah) angehörten, etwa einen Monat vor dem 15. Juli den Präsidenten Erdoğan darüber informiert habe, dass der damalige Generalstabschef Hulusi AKAR einen Putsch plane. Brigadegeneral Ünsal COŞKUN führte weiter aus:

„Der Geheimzeuge Abdullah erklärte in seiner Aussage vom 25. April 2018, dass sie Präsidenten Erdoğan am 11. Juni 2016 im Rahmen des ihnen vorliegenden Berichts eine Stunde und 15 Minuten lang darüber informiert hätten, dass Hulusi Akar einen Putsch gegen unseren Präsidenten durchführen werde. Obwohl es rätselhaft ist, in welcher Eigenschaft und mit welcher Befugnis der Geheimzeuge Abdullah (Mehmet Esat Özormancık) eine Information vorgenommen hat, die die Nachrichtendienste selbst nicht geliefert haben, beantragten wir, diesen Bericht als Beweismittel in das Verfahren aufzunehmen, erhielten jedoch kein Ergebnis.“

Brigadegeneral COŞKUN hob zudem hervor, dass der Geheimzeuge Abdullah (Mehmet Esat Özormancık) in seiner Aussage angegeben habe:
„In jener Nacht habe ich auch Mustafa Önsel angerufen. Ich sagte: Herr Kommandeur, was sollen wir tun? Mustafa Önsel sagte: Jetzt hat es begonnen, das Ereignis hat begonnen. Wir nehmen unsere Waffen. Wir werden bis zum letzten Tropfen, bis zur letzten Kugel kämpfen. Es gibt kein Zurück.“

Dazu stellte Brigadegeneral COŞKUN die Frage:
„Ist die Person, die er mit den Worten ‚Herr Kommandeur, was sollen wir tun‘ anspricht, nämlich Mustafa Önsel, innerhalb der Türkischen Streitkräfte sein Vorgesetzter?“
Er unterstrich außerdem, dass es auffällig sei, dass Gendarmerieoberst Güven Şağban, der am Abend des 15. Juli gemeinsam mit Mustafa Önsel zu Abend gegessen habe und als Geschädigter ausgesagt habe, erklärte, er habe am 15. Juli mit dem Zweiten Generalstabschef gesprochen, jedoch keine Antworten dazu gab, ob dieses Gespräch mit Wissen der Vorgesetzten geführt worden sei oder welchen Inhalt es gehabt habe.

Brigadegeneral COŞKUN setzte seine Aussage fort:
„Andererseits trifft Şirin Ünal, die Koordinatorin der Arbeitsgruppe, die dem Präsidenten gemeldet hatte, dass ein Putsch geplant sei, am selben Tag den Generalstabschef. Mit anderen Worten: Die Arbeitsgruppe, die meldete, dass ein Putsch gegen den Präsidenten geplant sei, und Hulusi Akar, dem vorgeworfen wurde, den Putsch zu planen, führen am 15. Juli ungeplant ein fast zweistündiges Gespräch.“

Insbesondere wies Brigadegeneral COŞKUN darauf hin, dass Formulierungen des Geheimzeugen Abdullah (Heeresfliegeroberst Mehmet Esat Özormancık) wie „Bruder, sie haben begonnen, das Ereignis hat begonnen, weil ich wusste, dass er der Ausführende des Putsches ist“ nicht nur darauf hindeuteten, dass er nachträglich Kenntnis erlangt habe, sondern vielmehr Anzeichen dafür seien, dass er selbst an der Planungsphase beteiligt gewesen sei.

Er erklärte weiter:
„Wenn er sagen kann, dass ich der Ausführende war, zeigt dies, dass er wusste, von wem diese Sache geplant wurde, zumindest aber, dass er den Einsatzbefehl persönlich erteilt oder gesehen hat. Daher habe ich als jemand, der der Mitgliedschaft im ‚Friedensrat der Heimat‘ beschuldigt wird, persönlich großes Interesse daran gehabt, was er als Angeklagter über den Wochen vor dem 15. Juli erstellten Bericht, das dem Präsidenten gegebene Briefing und weitere Aspekte der Planung wusste. Ich bin der Auffassung, dass dieses Thema für unseren Prozess einen wichtigen Beweiswert hat und dass die Vernehmung der Zeugen in diesem Sinne von entscheidender Bedeutung ist.“

So bemerkenswert es sei, dass die Staatsanwälte hinsichtlich der Behauptungen des Heeresfliegerobersts Mehmet Esat Özormancık, wonach Hulusi AKAR ein Putschist sei und Verbindungen zur Gülen-Bewegung habe, keinerlei Maßnahmen ergriffen hätten, so auffällig sei es zugleich, dass auch der Verteidigungsminister Hulusi AKAR selbst keine Strafanzeige gegen den Urheber dieser Behauptungen, den Heeresfliegeroberst Mehmet Esat Özormancık, erstattet habe.