Der PR-Coup des erzwungenen Helden Zekai Aksakallı

Der PR-Coup des erzwungenen Helden Zekai Aksakallı
16/08/2026

Zekai Aksakallı, eine der umstrittensten Figuren der jüngeren Geschichte der Türkei, gehört zu den Persönlichkeiten, die nach dem 15. Juli als „Helden“ inszeniert wurden. Die Ereignisse im Hintergrund zeigen jedoch deutlich, wie diese Heldengeschichten konstruiert werden konnten und wie die nationalen und religiösen Gefühle des Volkes missbraucht wurden.

Der Vorfall in Ağrı im Jahr 2015 Zwischen August und Oktober 2015 waren Einheiten des Kommandos der Spezialkräfte (ÖKK) im Rahmen der Terrorismusbekämpfung in einer in Ağrı/Doğubeyazıt stationierten Militäreinheit im Einsatz. Nach einem Abendessen ließ Zekai Aksakallı von einigen Soldaten der Spezialeinheit („Bordo Bereliler“) in der besagten Einheit eine merkwürdige Inszenierung vorbereiten. In diesem Theaterstück, das in den sozialen Einrichtungen der Einheit aufgeführt wurde, gab Aksakallı vor, über Funk mit den Soldaten zu sprechen. Dem Drehbuch zufolge sprachen die Soldaten über Funk, als befänden sie sich mitten in einem Gefecht, während Aksakallı sagte: „Meine Söhne, es gibt nur den Tod, kein Zurück! Mein Segen sei mit euch, vergebt auch ihr mir!“ Die Soldaten auf der anderen Seite antworteten mit: „Der Segen sei mit Ihnen, Herr Kommandant, es lebe das Vaterland!“

Schlagzeile in den Medien: „Spezialsoldat schaltete das Funkgerät ab“ Das Spiel war hier noch nicht zu Ende. Die regierungsnahen Medien verbreiteten diese Inszenierung mit Schlagzeilen wie „Spezialsoldat schaltete das Funkgerät ab“. Die Redewendung „das Funkgerät abschalten“ bedeutet in der Fachsprache, bis zum Tod zu kämpfen und nicht zurückzukehren. In Wirklichkeit war diese Aufnahme in der sozialen Einrichtung der Militäreinheit gemacht worden. Auf diese Weise wurde dem Volk ein Gefecht als real präsentiert, das gar nicht stattgefunden hatte. Dies war Aksakallı eigene PR-Arbeit. In einer Phase, in der der Friedensprozess endete, wurde das ÖKK-Personal für dieses billige Theaterstück missbraucht, um sich bei Erdoğan einzuschmeicheln.

Der wahre Preis: Märtyrer Aksakallıs „Helden-Show“ beschränkte sich zu jener Zeit nicht darauf. Obwohl Jahreszeit, Gelände und Bedingungen nicht geeignet waren, wurden unnötige Risiken eingegangen und Operationsbefehle erteilt. Als Folge dieser Verantwortungslosigkeit fielen 4 Spezialsoldaten als Märtyrer. Aksakallı, der an den Beerdigungen der Märtyrer teilnehmen wollte, stieß auf den scharfen Protest der Familien und konnte nicht zu den Beisetzungen gehen.

Welches Profil offenbaren diese Verhaltensweisen aus der Vergangenheit von Zekai Aksakallı, der nach dem 15. Juli als „Held“ präsentiert wurde, eigentlich? Ein niedriges Profil, das selbst über das Blut von Märtyrern PR machen kann, die Öffentlichkeit mit Inszenierungen irreführen kann, auf dem Schlachtfeld kein Held werden konnte, aber durch Schlagzeilen in den Medien ein erzwungenes Heldentum erreicht hat…

Dilaver Derviş